Rolle rückwärts: HP bietet wieder Consumer Tablets an

Wer die Tablet-Bemühungen von Hewlett Packard verfolgt, dürfte recht regelmäßig ungläubig den Kopf schütteln. Vor fast zwei Jahren übernahm HP das ins Straucheln geratene PDA- und Smartphone-Unternehmen Palm für mehr als eine Milliarde US-Dollar. Das Paket umfasste damals nicht nur die Mitarbeiter und die Markenrechte von Palm sondern auch deren selbst entwickeltes Mobil-Betriebssystem webOS. Eilig wurde ein bereits in der Entwicklung befindliches Tablet auf webOS umgestellt und als HP TouchPad auf den Markt gebracht. Tatsächlich offenbarte sich das Tablet als durchaus überzeugendes Gerät mit viel Potential – bei regelmäßiger Pflege des noch jungen Betriebssystems. Aufgrund zahlreicher recht pfiffiger Ideen (beispielsweise der TouchStone, eine kabellose Dockingstation, die das Tablet per Induktion laden konnte und für unterschiedliche Räume verschiedene Profile aufrufen konnte) galt webOS und das Touchpad als größter Rivale zu Android und iOS, bei guter Pflege des immer noch jungen Betriebssystems, selbstverständlich.

Doch dann kam alles anders – nur wenige Monate nach dem Erscheinen des Touchpads stellte der damalige HP-Chef Leo Apotheker die gesamte Mobil-Sparte ein, reduzierte das Palm-Team massiv und verramschte alle je produzierten Touchpads zu Preisen ab 99 Euro. Consumer-Tablets sollten fortan keine Rolle mehr bei HP spielen. Diese Meinung teilten auch Apothekers Nachfolger auf dem Chefsessel von HP – “wenn schon Tablet dann Business” war das neue Motto.

Nun berichtet “The Verge” genau ein Jahr nach dem Beginn des Ausverkaufs des Touchpads über die Eröffnung einer neue Abteilung bei HP. Aufgabe der Mitarbeiter unter Alberto Torres, einem ehemaligen Nokia-Entwickler: Consumer-Tablets. Torres war bei Nokia unter anderem für das recht erfolglose Betriebssystem meeGo zuständig. Noch ist allerdings unklar, auf welches Betriebssystem kommende HP-Tablets setzen werden. Als erstes wird zwar ein Gerät mit Windows 8 auf den Markt kommen, festlegen möchte sich HP aber offenbar nicht auf das Microsoft-System. Unwahrscheinlich wäre allerdings eine Rückbesinnung auf webOS – auch wenn ein wenig zusätzliche Konkurrenz dem Markt für mobile Betriebssysteme gut tun würde.

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