Samsung Galaxy Tab

Samsung lässt sich Zeit. Sowohl bei den vor kurzem noch so angesagten Netbooks als auch bei den Tablet-PCs ist Samsung erst relativ spät mit eigenen Produkten eingestiegen. Bei den Netbooks kam dabei mit dem NC10 ein Modell heraus, das noch immer zu den besten Netbooks überhaupt gehört. Im Tablet-Markt hat der koreanische Hersteller ein ähnlich gutes Händchen bewiesen. Das Galaxy Tab gehört zur ersten Tablet-Generation, den Modellen mit Singlecore-CPU und Android 2.x also. Mittlerweile wird das Galaxy Tab zu relativ niedrigen Preisen von unter 300 Euro verkauft.

Samsung Galaxy Tab
Als CPU hat Samsung einen mit 1GHz getakteten „Hummingbird“ ARM-Prozessor von Qualcomm gewählt. Für Single-CPU-Verhältnisse eine sehr gute Wahl, die Rechenleistung liegt auf hohem Niveau und auch die Grafikleistung kann sich durchaus sehen lassen. 512 MB Arbeitsspeicher sorgen für zügiges Starten der meisten Apps. Das 7 Zoll große kapazitive Touchdisplay löst mit 1024 x 600 Bildpunkten recht hoch auf und punktet mit einer guten Kontrast- und Farbwiedergabe. Der Blickwinkel ist zwar nicht so stabil wie bei Apples iPad und die Anzeige nicht so knackig wie bei Samsungs AMOLED-Bildschirmen, eine schlechte Wahl ist das Display allerdings nicht. Im Gegenteil, die meisten Konkurrenz-Tablets liefern schlechtere Ergebnisse. Beeindruckend ist das Gewicht des Galaxy Tab: Nur 380 Gramm machen das Tablet zu einem Leichtgewicht, das iPad wiegt mit 730 Gramm deutlich mehr. Allerdings besteht das Gehäuse des Tab auch nur aus Kunststoff und nicht aus hochwertigem Aluminium.

Nicht gespart hat Samsung bei den Schnittstellen. WLAN nach den Standards 802.11 b/g/n ist ebenso wie Bluetooth 3.0 und UMTS vorhanden. Ein Micro-USB-Port verbindet das Gerät mit dem PC und lädt den Akku, ein Dockingport bindet optionale Tastaturdocks an. Auf HDMI muss, wie bei fast allen Geräten der ersten Generation, allerdings verzichtet werden. Im Gegensatz zum ersten iPad verfügt das Galaxy Tab über eine Webcam mit 1,3 Megapixeln Auflösung sowie über eine auf der Rückseite angebrachte 3,2 Mpixel Kamera für Aufnahmen in bis zu 2048×1536 Pixeln. Eine LED-Hilfsleuchte soll dunkle Umgebungen aufhellen, allzu viel sollte man von der Lampe allerdings nicht erwarten. Die Kameras gewinnen keine Fotopreise, die Qualität der damit erzeugten Fotos übertrifft die eines vom iPad 2 aufgenommenen Bildes jedoch trotzdem.

Der Touchscreen arbeitet zuverlässig und schnell. Die Bedienung jedoch leidet etwas unter der veralteten Android-Version, Scrollen von aufwändigen Internetseiten ruckelt ab und an vor sich hin, ebenso das Scrollen der Bedienoberfläche. Auch das Drehen des Bildschirminhaltes geht nicht so zügig vonstatten wie beim iPad. Bei 1080p-Videodateien muss die CPU des Galaxy Tab ab und an die Flügel strecken und sich geschlagen geben, sehr komplexe Flash-Inhalte überfordern das Tab ebenso. Ein integrierter Helligkeitssensor misst die Umgebungshelligkeit und passt auf Wunsch die Bildschirmhelligkeit an. Besonders in dunklen Umgebungen lässt sich so einfach und automatisch einiges an Akku-Energie sparen. Wie bei fast allen Tablets ist die Bildoberfläche allerdings verspiegelt, direkte Lichteinstrahlung mag das Tab also nicht.

Lobenswert fällt die Akkulaufzeit aus. Bei normaler Nutzung mit gemischten Inhalten (Video, Audio, Internet, Spiele) muss das Samsung Galaxy Tab erst nach guten 9 Stunden wieder an die Steckdose (oder den USB-Port). Als reiner HD-Video-Zuspieler ist das Tab zwar auch geeignet, der Akku leert sich bei dieser Belastung allerdings deutlich schneller, die Laufzeit halbiert sich in etwa. Das Gewicht und auch die relativ handlichen Ausmaße machen das Galaxy Tab allerdings zu einem angenehmen mobilen Begleiter. Da das Gerät aufgrund der Verfügbarkeit der Nachfolgegeneration zu Schnäppchenpreisen angeboten wird, darf das Galaxy Tab trotz kleiner Unzulänglichkeiten eindeutig als Kauftipp bezeichnet werden.
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